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Jun 6, 2011

The Compleat Translator

This was a theme I suggested to Steffen Walter many months ago when planning for this year's annual powwow in Berlin began. I had in mind a series of small presentations on various bits of hardware and software that might constitute a complete and functional - and possibly mobile - translator's office. Due to a busy schedule and general mental malaise as I reoriented myself in a new life and new surroundings, I didn't add anything to the original suggestion, and when later I saw that a presentation of Dragon Naturally Speaking was planned, I breathed a sigh of relief that this year's meeting would be another where I could simply relax and mingle with good people whom I see too seldom as well as meet interesting new ones.

Translator's luck struck as it often does, and on the afternoon of the first day of the gathering, the presenter's laptop died, and I was asked to step in and give the talk I never prepared. Since I never really prepare talks anyway, I agreed to do so, and after the first night's bacchanal at Restaurant Lei e Lui in Berlin-Moabit, I hit the couch hard and awoke groggy early the next morning to feed the chickens and organize some notes for speaking later that day. I had been asked to speak in German, something I don't do much of these days, and when I do I usually make more extensive notes than I would for a presentation in English, then gradually distill these down to a few points on an index card as I review and reconsider what to say. There was no time for any of this, unfortunately.

When I pulled out the A4 pages on which I had printed the draft text for my talk, I realized that I couldn't read it without glasses. Even with glasses it wasn't so easy. Ah, the joys of growing old. I had a horrible vision of hunching over my illegible, ungrammatical notes and squinting, struggling to choke out inchoate bits of advice presumed to have some greater, though undiscernible context. As it was, fear gripped me full by the throat and the evil spirits of SDL and others possessed me and spoke through me. What was actually said in that session is unknown to me (age, chronic memory dysfunction), though I have been able to reconstruct some of it via Twitter (#pwberlin11), and it occasionally bears some relationship to the original notes.

Below I've copied my original notes in German for those who wish to marvel at how badly I write the language after so many years of sneaking around with it; I've included a few additional comments in English on things I remembered, might possibly have added or heard from others during the session. My apologies to those who suffer with the length of my posts: this one will be worse than usual.

The talk was delivered without slides or audiovisual aids, just a few pieces of paper and a sleeping dog on whom I tried not to step.

*****



Heute werdet ihr „Kevin unplugged“ erleben: die wichtigsten Aspekte der Technologie und des Übersetzerlebens kann man auch ohne Rechner und PowerPoint vorführen und besprechen.

Den Titel des heutigen Vortrags hatte ich vor Monaten vorgeschlagen als ich an die häufigen Fragen von Anfägern bei ProZ gedacht habe. Dort sind man immer wieder Grundfragen zur Ausstattung und notwendige Schritte, um das eigene Geschäft nachhaltig zu machen. Gedacht habe ich damals an eine Übersicht der technologischen Möglichkeiten. Da diese aber ohne die menschliche Komponente wenig taugen oder sogar schädlich sind, werden wir auch von nichttechnologischen Aspekten reden.

Vorab muß ich aber betonen, was alle erfahrene professionelle Übersetzer wohl wissen: der Weg zum nachhaltigen Erfolg ist kein Weg, sondern ein Netwerk von Pfaden, die unterschiedliche Abenteuer und Möglichkeiten anbieten. Der von mir gewählte Pfad ist nicht Dein Pfad, aber vielleicht können meine Erfahrungen und Erläuterungen dazu als Denkanstosse dienen, womit Du – womit wir – manche Stolpersteine vermeiden können.

Reden wir erstmal von

I. Hardware
 
Dass ein Rechner heute zur Grundausstattung des Übersetzers gehört ist wohl klar. Aber nicht nur einen Rechner soll das sein, sondern mindestens zwei. Voll ausgestattet, arbeitsfähig und am Besten synchronisiert. Selbst sehr erfahrene Leute in der Branche ignorieren dieses Prinzip, und das kann teuer werden, insbesondere wenn lukrative Jobs durch Versagen eines Rechners zum Teil oder im Ganzen verloren gehen.

Meines Erachtens sollte mindestens einer dieser Rechner mobil sein, also ein Notebook. Aber bald wird es klar, dass es besser zwei Notebooks sein sollte; der mobile Einsatz ist für mache so unentbehrlich, dass auch dieser durch das Redundanzprinzip zu schützen gilt.

Wie groß das Bildschirm sein soll und sonstige Aspekte ist eine Entscheidung, die jeder anders treffen wird, da unsere Bedürfnisse und sehe Vermögen unterschiedlich sind. Das wichtige Prinzip hier ist Sicherheit durch Redundanz und Mobilität, also zwei mobile Rechner oder mehr. Ob statische Rechner (sogennannte Desktops) dabei sein sollen ist auch eine Geschmackssache. Diese finde ich heutzutage persönlich unnutz.
(A quick poll of those present revealed that about half no longer work with a desktop computer at all but rely entirely on laptops of various kinds. Also, one participant pointed out the disadvantages of having a second computer for emergency purposes: this defeats the restful purpose of having a computer fail in the first place, since one has no excuse not to continue working.)
Ein zweiter, unentbehrlicher Aspekt der Hardware-Ausrüstung ist das Telefon. In dieser Hinsicht habe ich Herrn Herbert Fipke viel zu verdanken. Sein Vortrag vor zwei Jahren bei diesem Powwow zu mobilen Telefondiensten, Kosten sparen und Flexibilität gewinnen hat mein Leben in mancher Hinsicht verändert und verbessert und mir ein Haufen Geld gespart. In diesem Bereich tut sich vieles. Wegen meiner Technologieallergie habe ich nur ein sehr einfaches Wegwerftelefon, dass ich u.U. bei der Schweinejagd im Sumpf fallen lassen kann. Aber ich denke, Smartphones – richtig eingesetzt – sind heute auch eine Technologie, die befreiend zum erfolgreichen Übersetzerleben beitragen können. Und da es jetzt eine Smartphoneschnittstelle für mein Projektmanagementsystem (OTM) gibt, werde ich mit hoher Wahrscheinlichkeit in den kommenden Monaten ein iPhone kaufen, damit ich Projektanfragen und Emails abrufen kann.

Und ich würde auch mobiles Internetzugang über SIM-Geräte, ob Telefone oder Sticks in diese Kategorie (Telefonie) als unentbehrlich einorden. Ich benutze Vodafone und O2/Fonic und Blau als Prepaid – für absolut alles. Kein Telekom, kein Arcor, dank Herbert.

Für Reisen habe ich auch ein Skype-Abonement womit ich von jedem europäischen Land mit meinem Netbook umsonst telefoniere.
An understanding of current mobile telephony options and equipment that can be used with any SIM card in any county is liberating and cost-saving. It really pays to investigate this stuff.
Ein Rechner, ein Telefon, mobiles Internet. Welche Hardware gehört noch dazu? Drucker natürlich, da würde ich auch vorschlagen, ein Scanner dabei zu haben. Wenn Hardcopy vorkommt, was je nach Tatigkeitsbereich oft oder nie sein kann, ist Scannen mit anschießender Texterkennung sehr nützlich. Multifunktionsgeräte sind heute gut und billig. Für einige hundert Euro hat man schon ein Topgerät!

Was ist mit Fax? Habe ich zwar noch, aber die Tendenz ist so, dass das wohl besser virtell abzuwicken ist mit einer Nummer, die eingehende Nachrichtungen in Email-Anhänge verwandelt. Ausgehend gibt es Faxtreiber in Software bzw. Scanner – alles andere ist Luxus.
Scanners and OCR are also critical to the use of CAT tools for better quality assurance of translation assignments received as hardcopies or scans.
Das war’s für Hardware. 

II.    Die Softwarewelt ist relativ eindeutig.

Kaum einer kann heute bestreiten, dass sogenannte CAT-Tools wichtig für praktische Arbeit sind. Es geht um weit mehr hier als Wiederholungen, wie einige noch glauben – die besten CAT-Tools heute ermöglichen bessere Terminologiearbeit, Referenztexteinsatz und vieles mehr. Und die Möglichkeit, mit vielen Ausgangsformaten in einer einheitlichen Umgebung zu arbeiten. Diese entwickeln sich immer weiter als Werkzeuge für Datenmanagement, und das kommende Jahr wird von Kilgray und anderen viele schöne Dinge mit sich bringen.

Hier empfehle ich einfach memoQ als Hauptwerkzeug. Andere können und sollen oft unterstützende Rollen für Datenvorbereitung oder QS spielen. Warum memoQ? Nicht wegen der führenden Technologie, die jetzt in mancher Hinsicht das Vorbild für die Entwicklung bei SDL und anderen darstellt. Sondern wegen Support. No man is an island. Oft kommen Probleme vor, Probleme die auch von einem wie ich mit 4 Jahrzehnten IT-Erfahrung nur schwer zu lösen sind, und das Support-Team bei Kilgray gibt auch zu Unzeiten beste Unterstützung. So was findet man nicht bei SDL, wenn man nicht gerade persönlich mit Paul Filkin zu tun hat.
memoQ will make your translating life easier, and if it doesn't, Kilgray's support will.
Nur eine ergänzende Software werde ich hier noch erwähnen: OCR-Software. Investiere hier in richtige, gute Software für Texterkennung; das lohnt sich. Das ist meht als Textextrahierung, wie man bei vielen sogenannten PDF-Konvertierern findet; diese sind mit gescannten PDFs völlig wertlos. Kauft euch eine Abby FineReader-Lizenz am besten und lernt alle Einstellungen. Und für Kunden ohne editierbaren Ausgangstext stelle den konvertierten Text bei der Lieferung bereit und in Rechnung. So habe ich etliche Tausende Euro hinzuverdient. 

Eine weitere Kategorie, die zur kompletten Ausrüstung des vollarbeitsfähigen Übersetzers gehört ist Projektmanagementsoftware. Viele kennen Tools wie Translation Office 3000 von AIT; für mich stellt das ein absolutes Minimum dar. Diese sollen auch gleich am Anfang für Angebotserstellung und Auftragserfassung eingesetzt werden; richtig gemacht, und am Ende eines langen stressigen Projektes kann man dann meistens auf Knopfdruck die Rechnung erstellen.

Hier gehe ich aus diversen Gründen ein Schritt weiter als die Meisten: mein System für Projektmanagement, Angebotserstellung, Rechnungsgenerierung, Lieferung und Kommunikation mit Kunden und mitwirkenden Übersetzern ist im Internet verfügbar. Dadurch habe ich viel größere Sicherheit – wenn bei mir ein Rechner versagt oder geklaut wird, geht alles an irgendeinem anderen Rechner weiter. Einige Infobroschüren habe ich mitgebracht; sie liegen dort auf dem Tisch.

Vor allem hat sich auch die sichere, verschlüsselte Datenübertragung bei manchen hochwertigen Kunden bewahrt, aber das Wichtigste ist die Verfügbarkeit von jedem Standort mit Internetzugriff sowie alle Agenturfunktionen  für Vermittlung von Aufträgen, usw. nach Bedarf. 

So hat man alles, was man wirklich braucht, um als mobiler Übersetzer in der heutigen Wellt volltauglich zu sein.

Was braucht man noch? 

III.   Kommunikation und Netzwerke

Für ein langfristig stärkeres, nachhaltigeres Geschäft sind professionelle Netzwerke sehr wichtig. Ein Beispiel haben wir hier heute – die Möglichkeit, mit Kollegen auszutauschen. Aber man sollte auch aus vielen Gründen die Mitgliedschaft in Organisationen wie die BDÜ, ITI, ATA usw. anstreben. Das habe ich persönlich anfangs als Witz gemacht, aber die Qualität der Kundenanfragen über die Verzeichnisse dieser Organisationen allein berechtigt alle Kosten. Dazu kommen noch gute Weiterbildungsseminare und nützliche Informationen zu gängigen Honoraren usw.

Wer ist hier BDÜ Mitglied? Und Mitglied in anderen Organisationen? Was hat das für einen Unterschied für Dich gemacht?
More than half the attendees were members of a professional organization of some sort, a few were in professional groups outside the realm of translation and interpreting. More of that would be good for direct customer relations as well as continuing education in special areas. The experience of a number present confirmed that the quality of inquiries coming via contacts from these organizations' directories is generally very high. A copy of a past BDÜ rate survey was circulated as an example of the valuable information members receive.
Und jetzt kommen wir zu dem wichtigsten Element für den Compleat Translator:

IV.   ein Leben außerhalb des Übersetzens. Das mag für die meisten wohl klar sein, aber selbst die, die besser wissen, können in Existenzängsten, die das freiberufliche Leben oft begleiten, verwickelt werden und das vergessen oder die notwendige Ruhezeit verschieben. Tu‘ das bloß nicht. Schlaf und Auszeit sind unentbehrliche Bestandteile der Kreativität und Produktivität.

Und wenn wir das vergessen, hoffe ich, dass wir uns auf unsere Freunde und Netzwerke verlassen können, die uns sanft oder auch unsanft daran erinnern. Das ist lebensnotwendig. Letzten Endes – trotz aller Technologie, sprachwissenschaftliches Können und alle bekannte Merkmale unseres Berufes ist das komplette, nachhaltige Dasein als Übersetzer in den wichtigsten Aspekten nicht von anderen Existenzen zu unterscheiden: Gleichgewicht in jeder Hinsicht, auch seelische, soll sein.

Get a life or die.


3 comments:

  1. Thanks for posting this talk of yours, Kevin.

    I wish I had been there with you guys and gals. I guess Walter holds the meeting yearly, right? Maybe some time later when I go over to visit my relatives in Borna, near Leipzip, a Katzensprung from Berlin.

    BTW, would you allow me to translate this blog article into Chinese for my Chinese colleagues, who are used to participate the translator meetings I hold in Taipei, Shanghai or Beijing? They would be delighted to learn from you. Some of them visit your blog, too. But not all of them read German.

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  2. Thanks Kevin for this useful summary. I'm sure I'll be referring a few people to this post, as I often refer people to your past posts on your netbook.

    I'm a fan of Dropbox as a mobile backup support for my current projects.

    And from MemoQ I make my backups as bilingual RTF files in my Dropbox folder. This means that in a real crisis situation I can access them from any computer with office software and internet access and continue work on them, importing them back into MemoQ as soon as I get the system up and running again, but able to extract the main text from a simple document without it.

    One day I'll try out OTM - but the next six months I'll be in rural India with slow internet access and I'm not sure the online solution is the best there - the interruptions in and speed of the internet access mean that I work best offline.

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  3. @Craig: Rural India? While the smartphone interface to OTM accesses a lot of functions, it doesn't do everything. I often work on a decent GPRS (as opposed to UMTS) connection, and it's slower, but still manageable. I would wait and see what sort of infrastructure is present where you will be staying; it could be OK or a real pain.
    I have used DropBox for a lot of backups, but I've found that it's a bad idea for the project files and databases. Your idea with the RTFs sounds better.

    @Wenjer: Yes, Steffen organizes the gathering every year. Some years I have missed for various reasons, but I have never regretted attendance. I always learn something and meet a lot of people I wish I could see more often. This year my discoveries included a rather nice food blog with recipes by a translator I met years ago; I will get a lot of pleasure trying out her suggestions. I think the Düsseldorf powwow is of similar quality, if a little smaller. I attended only once while I lived in the area, but I still have vivid, positive memories of the conversations that day.
    You are welcome to translate whatever you like Wenjer, with or without attribution. The ideas are in the public domain, and I've learned all this stuff from colleagues like Herbert anyway, who have been very generous in sharing what they know. I just rephrase it all and add the "colorful language" that someone tweeted about (which is mostly not in evidence here thankfully).

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Notice to spammers: your locations are being traced and fed to the recreational target list for my new line of chemical weapon drones :-)